Spektrum

Kinderchirurgie

Kommissarischer Leiter:
Prof. Dr. med. Robert Grützmann, MBA

Kinder sind etwas Besonderes

Die operativen Behandlungsprinzipien bei Kindern und Erwachsenen unterscheiden sich nicht nur wegen des Alters grundlegend, sie haben auch hinsichtlich der Indikationsstellung und der angewandten Techniken eine unterschiedliche Entwicklung genommen. Kinder sind anatomisch, physiologisch und psychologisch von Erwachsenen verschieden.

Die Behandlung von bereits intrauterin diagnostizierten Störungen, Besonderheiten der Krankheitsbilder bei Früh- und Mangelgeborenen, Säuglingen und Kleinkindern, im Schulalter und während der Pubertät erfordern spezielle Kenntnisse und ärztliche Fertigkeiten. Sie machten eine Spezialisierung dieses chirurgischen Gebiets erforderlich. Seit 1992 ist die Kinderchirurgie in Deutschland, wie in anderen europäischen Ländern, ein selbständiges chirurgisches Fachgebiet.

Aufgabenbereiche der Erlanger Kinderchirurgie

Die operative Behandlung umfasst den Hautmantel, Bauchraum und Brustkorb (Abdomen, Thorax), die Bauch- und Brustwand, den Magen-Darmtrakt (Gastrointestinaltrakt), die Lungen, das Zwerchfell, die Nieren und Harnwege und die Geschlechtsorgane (Urogenitaltrakt), aber auch die Bestandteile des Bewegungsapparates (Traumatologie, Handchirurgie) und in begrenztem Umfang die Chirurgie des Gehirns und des Nervensystems (Neurochirurgie) im Kindes- und Jugendalter.

Von Frühgeborenen bis zu Erwachsenen

Für das weite operative Spektrum der Erlanger Kinderchirurgie ist enges interdisziplinäres Wirken zum Wohle unserer Patienten nicht nur unerlässlich, sondern höchstes Gut in der Planung und Durchführung von operativen Eingriffen und in der Nachbetreuung.

Leistung „rund um die Uhr“

Kinderchirurgische Eingriffe können in Erlangen zu jeder Zeit durchgeführt werden.

In unserer kinderchirurgischen Ambulanz, in einer der Kliniken des Uni-Klinikums Erlangen oder einer benachbarten Kooperationsklinik (Bamberg, Bayreuth, Schweinfurth) sehen wir das chirurgisch kranke Kind erstmals. Nach diagnostischen Maßnahmen und Begründung eines operativen Eingriffs wird in einem eingehenden Elterngespräch das Einverständnis zur Operation schriftlich eingeholt und der OP-Tag bestimmt. Geplante (elektive) Operationen finden wochentags von 8-16 Uhr statt, Notfalloperationen sind jederzeit möglich.

Eine Besonderheit in Erlangen ist die individuell und flexibel ausgerichtete Tageschirurgie, die bei kleineren Eingriffen (Leisten-, Nabelbruch u. a.) ab dem 6. Lebensmonat angeboten wird. Hier können nach einem ausführlichen Vorgespräch Eingriffe ambulant durchgeführt werden: Das Kind kommt mit seinen Eltern früh morgens, die Operation ist meist bis 10 Uhr beendet, die Entlassung kann am Nachmittag erfolgen. Die weitere Betreuung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Haus- oder Kinderarzt.

Minimal invasives Gewebemanagement

Schonendes, atraumatisches Vorgehen ist bei operativen Eingriffen bei Kindern und Jugendlichen unverzichtbar, um beste Heilungsaussichten zu erzeugen. Dazu sind besondere Techniken, Technologien und Instrumentarien erforderlich.

In Erlangen werden seit Jahren nicht nur kindgerechtere Werkzeuge und Verfahren entwickelt, sondern auch modernste Technologien zur Präparation oder zur Gewebeversorgung entwickelt oder weiterentwickelt. Standardverfahren stellen mittlerweile z. B. das mit Ultraschall schneidende "harmonische Skalpell" oder LASER dar, die das OP-Trauma minimieren und OP-Zeiten verkürzen.

In Erlangen wird die minimal invasive Kinderchirurgie (MIKIC) - auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt - seit 1992 auf international hohem Stand angewendet. Neue Wege beim Gewebemanagement werden erforscht und beschritten. Modernste Materialien, die dem Gewebeersatz z. B. bei Bauchspalten, oder dem "Tissue Repair", z. B. bei Milzriss, dienen, unterliegen einer ständigen werkstoffwissenschaftlichen Bewertung. Durch forscherische Aktivität im Bereich Gewebeklebung verfügt man über kurze Wege in der klinischen Forschung zum betroffenen Patienten, die relevanten Einfluss auf die chirurgische Routine im Alltag nehmen.

Nationale und internationale Präsenz

Die Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Erlangen ist auf chirurgischen, pädiatrischen und kinderchirurgischen wissenschaftlichen Veranstaltungen national und international präsent und national in Medizinprojekte eingebunden.

Klinisch-wissenschaftliche Beiträge werden regelmäßig in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und in Buchbeiträgen veröffentlicht. Im Rahmen klinischer Studien ist die Abteilung in nationale und internationale Projekte eingebunden.

Umfangreiches Engagement besteht im Bereich der dokumentierten Qualitätssicherung mit einer Evaluierung relevanter Strukturen und der Veröffentlichung entsprechender Ergebnisse.

Regionale und nationale Fortbildungsveranstaltungen werden durchgeführt, wobei interdisziplinäre Inhalte im Vordergrund stehen.

Es bestehen Mitgliedschaften in wissenschaftlich bedeutenden Gesellschaften:

  • Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde
  • Vereinigung der Bayerischen Chirurgen
  • Society für Minimally Invasive Therapy
  • Deutsche Gesellschaft der Freunde des Weizmann-Institute, Rehovot
  • International Pediatric Endoscopy Group IPEG.
 

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